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Die Sphären- oder Himmelfahrt Christi.
Das unermesslich große Opfer Christi, sich des physischen Menschenleibes anzunehmen und ihn aus der Ascheverhaftung zu lösen oder zu erlösen, stellt eine Heilstat dar, an deren Bedeutung man sich nur schrittweise annähern kann.
Nach Rudolf Steiners Ausführungen war es das Formprinzip dieses physischen Leibes, welches errettet werden musste. Es ist das eigentliche physische Wesensglied des Menschen, seiner ganzen Art nach unsichtbar, und für einen Sinnesapparat, wie er dem heutigen Menschen eignet, nur dadurch wahrnehmbar, dass er in seinen Strukturen überall die mineralische Materie eingelagert trägt.
Diese Materie hatte sich im Zuge der Entwicklung verfestigt und einen Charakter von Undurchdringlichkeit und Ausschließlichkeit angenommen durch ahrimanische Wirkungen, die sich im Gefolge der luziferischen Verführung zu Paradieseszeiten oder während der lemurischen Periode einstellten.
Die Wirkung all dessen war, dass das Menschenwesen hinsichtlich seines physischen Leibes die Schwere der mineralischen Materie in sein Formgebilde aufnahm - Rudolf Steiner nennt dieses Formgebilde den Phantomleib - und aus seiner bis dahin schwebenden Daseinsweise - etwa Wolken vergleichbar - aus der Atmosphäre auf die sich bildende feste Erde herunter sank.
Die Ausschließlichkeit bildete die evolutionäre Basis für die Freiheit des Menschen. Wenn er sich als freies Ich erfahren sollte, dann durfte an der Stelle, wo er sich jeweils aufhielt, kein anderes für ihn wahrnehmbares Wesen seinesgleichen sein. Und die Schwere der Materie verlieh diesem Selbsterleben der sich bildenden Menschenindividualität die entsprechende Gewichtigkeit, sodass ein freies Ich sich auch als etwas Bedeutsames erleben konnte. Das sind die vorteilhaften Aspekte.
Die nachteiligen sind, dass dieses freie Icherlebnis in der Materieschwere zugleich ein »Nicht-Du_Erleben« beinhaltete. Die Folge wurde, dass das sich immer weiter entwickelnde Ichwertesystem einer Menschenindividualität für gleichbedeutend gehalten wurde mit einem Nicht-Du-Wertesystem. Das Ich brachte sich selbst durch Egoismus zum Ausdruck.
Die evolutionslenkenden Geistwesen begegneten dieser Attitüde korrigierend durch zwei Maßnahmen: die Möglichkeiten zu erkranken und zu sterben. Beide sind so angelegt, dass sie die Verfestigungs- oder, wenn man will, Dickköpfigkeitstendenz des sich entwickelnden Menschen-Ich im Falle der Krankheit gegenüber den Ballastkräften des physischen Leibes lockerte oder im Falle des Todes das physische Glied völlig abtrennte. Die Menschenindividualität konnte es dann auf seinem weiteren geistigen Weg nicht mehr mitnehmen und musste es einem Zerfall außerhalb seiner selbst überlassen.
Eine Kontinuität zwischen einer Erdenexistenz in physischem Leibe und einer weiteren wurde durch das Gesetz von Karma geregelt.
Karma dient als Gesetz dazu, die Entfremdung eines im Freiheitsraum sich evolvierenden Wesens von seinen geistigen Ursprüngen auf der Grundlage der real erworbenen Entfremdung eine Korrektur zuzuführen. Das geht aber nur über den Weg, dass mit jeder neuen Existenz auf der Erde, der Mensch in den höchsten Sphären einen neuen Formleib zubereitet bekommen muss von Wesenheiten, die dazu die Fähigkeiten haben. Es sind dies nach Angaben Rudolf Steiners die Wesenheiten der 1. Hierarchie, welche in der Tradition des Dionysios Areopagites genannt sind:
Seraphim
Cherubim
Throne
Das reale Eintreten des Todes im physischen Formleib mit seinen Materieeinschlüssen hatte etwas ganz bestimmtes anderes zur Folge:
Was Karma bewirken kann, ist die Korrektur der Fehler in den Phantomgestaltungen. Was es nicht kann, ist, ein einmal gestorbenes Phantom wieder neu zu beleben. Für den Menschen bedeutet das:
Dieses Problem könnte man auch wie folgt umschreiben: Das Gesetz oder Karma korrigiert zwar, aber es bringt nicht im eigentlichen Sinne das, was man als Gerechtigkeit bezeichnen würde. Diese wäre erst da, wenn dasjenige, an dem Karma oder das Gesetz korrigierend tätig wird, restlos wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt würde. Dazu müsste es aber auch des in ihm waltenden Todes enthoben worden sein. Genau das aber ist nicht der Fall. Somit würde man in nicht falscher Weise sagen können, dass das Gesetz waltet, aber nicht Gerechtigkeit im eigentlichen Sinne bewirkt.
Anders ausgedrückt, würde man sagen: Das Gesetz oder Karma oder auch der Vater - nach christlich-jüdischer Vorstellungsweise - kann zwar Fehler brandmarken und in einem weiteren Hervorbringungsakt einer Korrektur zuführen. Aber es korrigiert sich in etwas anderem als in demjenigen, wo der Fehler begangen wurde. Und so bringt das Gesetz nicht die volle Gerechtigkeit. Das ist ein so schwerwiegendes objektives Evolutionsproblem, dass hier ein höchstes Eingreifen nötig wird, welches mehr kann, als nur korrigierte Modelle hervorzubringen. Das erforderliche Eingreifen muss befähigt sein, nicht nur zu korrigieren, sondern auch die eigentliche Gerechtigkeit zu bewirken oder - wenn man es lieber so will - wiederherzustellen. Es muss hinsichtlich des Gesetzes dessen Gerechtigkeit zur Erfüllung bringen.
Das ist der Ansatzpunkt des Christuswesens:
Noch prägnanter drückt es Paulus im Galatherbrief Kapitel 2, 20 und 21 aus:
Hier wird es eindeutig ausgesprochen.
Und die Gnade, die im Christus zu tätiger Verwirklichung schreitet, nimmt sich als ihrem Arbeitsfeld eben des Phantoms an, um an, in und aus diesem zur echten Gerechtigkeit lebendig zu vollenden, was sonst nur in eine fortgesetzte Reihe von toten Gestaltungen auslaufen und schließlich verebben müsste - und mit ihm dasjenige Geschöpf, welches für seine Evolution auf Gedeih und Verderb damit verknüpft ist.
Rudolf Steiner führt aus, dass die eigentliche Erlösungstat am Phantom gerade darin besteht, die Asche-Materie-Verhältnisse, welche sich einer Verflüchtigung widersetzen, in eine Salzkonsistenz zu überführen, die gleichsam wasserlöslich wird und, weil der Ätherleib des Menschen mit den Wasserkräften in Verbindung steht, auf Grund dieser Verhältnisse nicht mehr von diesem getrennt zu werden braucht.
Der Christus, der am Ostersonntag aus dem Grab steigt und der Maria Magdalena so erscheint, dass sie ihn zunächst für einen Gärtner hält, ist so geartet, dass er nicht nur den Äther- und Astralleib des Jesus von Nazareth, in welchem Er das Mysterium von Golgatha vollzogen hat, als von Seiner göttlichen Ichhaftigkeit beseelt mitbringt. Er bringt den ersten und bis auf den heutigen Tag einzigen physischen Leib oder das erste Phantom in seiner ordentlichen Verknüpfung zu den anderen Wesensgliedern mit.
Nach jedem Erden-Tod eines Menschen macht sich die normale Menschenindividualität auf eine Reise durch die Sphären, um dem Kosmos all das mit höheren Wesenheiten einzugliedern, was sie als Frucht aus dem gelebten Erdenleben mitbringt. Ferner macht sie diese Reise, um ein neues Phantom zu erhalten.
Auf eine solche Sphärenreise macht sich auch der Christus. Aber die Seinige ist deshalb eine besondere, weil Er etwas mitbringt, das diese Sphären noch gar nicht kennen:
Robert A. Powell hat in seiner Schrift »Das größte Geheimnis unsere Zeitalters«1 die Etappen auf diesem Weg betrachtet und sie in ihrer Länge auf die dreifache Jahreslänge des Jesus-Christus-Lebens bestimmt. Dieses Leben dauerte ziemlich genau 33 1/3 Jahre, was mit 3 multipliziert einen Zeitraum von 100 Jahren umfasst.
Eine 100-Jahresperiode ist als ordnendes Prinzip immer wieder in solchen esoterischen Traditionen zu finden, welche sich auf das Golgathaopfer Christi gründen. Als Beispiel dafür möge die Regel der Rosenkreuzer dienen, welche von Christian Rosenkreuz selber stammt und besagt, dass jegliches rosenkreuzerisches Forschungsergebnis erst veröffentlicht werden dürfe, wenn 100 Jahre darüber vergangen seien. Christian Rosenkreuz, der in seinem Leben um die Zeitenwende der Evangelist und Apokalyptiker Johannes war, der Lieblingsschüler des Christus, neigt sich mit der Setzung dieser Regel demütig einem Evolutionsrhythmus, der unmittelbar seine Konstituierung oder Stiftung aus Christus selbst hat.
Weshalb sich drei solcher 33 1/3 Jahresperioden zu einer 100 Jahreseinheit zusammengliedern, hat wohl einen wichtigen Grund darin, dass in diesen drei Schritten das im Christus waltende höchste Prinzip der göttlichen Trinität sich hinsichtlich seiner drei Aspekte verwirklicht.
Zunächst wird im ersten 33 1/3 Schritt das Wirken Christi substanziell veranlagt. Darin waltet der Seins- oder Vateraspekt. In der zweiten Periode webt dann das Logos- oder Sohnesprinzip, welches das angelegte Sein in Aktion oder ins
Leben überführt.
In der dritten Periode schließlich wirkt der Geist oder die Form und bringt das Veranlagte zum Abschluss oder zur Erscheinung. Man kann daher sagen, dass jede Einzeltat Christi bezüglich seines Mysteriums der Weltvollendung immer die eben dargestellte Dynamik von 100 Jahren durchzumachen hat, damit sie innerhalb der Schöpfung konstitutionell zur Erscheinung gelangen kann. Auf dieser Grundlage wird man vieles genauer erkennen können als ohne eine solche Rhythmenbetrachtung.
Christus trägt nun den von der Ascheschwere befreiten Phantomleib des Menschen in ordentlicher geistiger Verbindung zu den übrigen Wesensgliedern des Menschen von 33 bis 133 durch die Sphäre der Engel, welche mit der Mondsphäre identisch ist. Weiter geht es zu den Erzengeln in der Merkursphäre bist 233, zu den Archai bis 333 in der Venussphäre.
Die Archai haben in der Evolutionszeit, in welcher die Menschheit ihr Ich, die Engel ihr Geistselbst und die Erzengel ihren Lebensgeist ausbilden, die Aufgabe, ihren Geistesmenschen oder den Atman zu gestalten. Damit ist auf ein sehr intimes und hochbedeutsames Evolutionsgeheimnis hingewiesen.
In Schriften Rudolf Steiners, wie der Geheimwissenschaft, wird ausgeführt, dass sich das Wesensglied des Atman dadurch herausbildet, dass von den Ich- oder Individualitätskräften her die Vergeistigung des physischen Leibes stattfindet. Für die Menschen wird das in der künftigen Vulkanentwicklung sein. Für die Archai ist es aber schon jetzt.
Nun wird aber sogleich ein Erkenntnisproblem deutlich. In den Darstellungen Steiners zur Evolution der mit der Menschenevolution verbundenen Geisteswesen höherer Art heißt es immer wieder, dass sie gar keinen physischen Leib haben. Ihr unterstes Wesensglied sei ein Ätherleib, ein Astralleib oder sogar nur das Ich, wie für die Archai beschrieben wird. Wie aber wollen diese dann ein Atman, welches doch ichhaft verwandelter physischer Leib sein soll, erringen, wenn für sie gar kein physischer Leib da ist, an dem das möglich wäre?
Man kommt mit diesem Problem nicht zurecht, wenn man den Begriff »physischer Leib« in der üblichen, für den Menschen gültigen Diktion auffasst. Hier hilft tatsächlich nur weiter, dass Rudolf Steiner bezüglich des physischen Leibes des Menschen vom Phantom- oder Formleib gesprochen hat, in welchen die Materie eingegliedert ist. Das Phantom sei unsichtbar, werde aber sichtbar durch die Materieeinlagerung.
Wenn etwas physisch wird, dann geschieht es dadurch, so Rudolf Steiner, dass die physische Gesetzmäßigkeit wirksam werde. Etwas wird astralisch, wenn die astralische Gesetzmäßigkeit wirke. Und das geht dann so weiter. Nun muss man eine Leibesgestalt von einer Gestaltungsgesetzmäßigkeit sehr deutlich unterscheiden. So sagt Steiner über diese Zusammenhänge in seiner Geheimwissenschaft, dass ein physischer Leib auch unter astralischer Gesetzmäßigkeit erscheinen könne. Er sei dann immer noch ein physischer Leib, aber er drücke sich dann in astralischen Gesetzmäßigkeiten aus.
Man wird sogleich deutlicher verstehen, hier wohl gemeint sein könnte, wenn man den Bergriff »physischer Leib« durch »Phantomleib« ersetzt. Dann kann ein solcher Phantomleib auch unter astralischen, unter Rupa- und Arupagesetzmäßigkeiten erscheinen. Er bleibt immer ein Phantomleib, aber mal ist er physisch, mal astralisch, mal rupisch, mal arupisch. Das ist der eine Verständnisbaustein.
Ein Weiteres ist, dass Rudolf Steiner an anderen Stellen schildert, dass zwar Archai, Erzengel und Engel keinen direkten physischen Leib haben, wie der Mensch. Sie haben aber dennoch eine Möglichkeit, an etwas Phantomartigem für sich zu Selbst-Bewusstseinsspiegelungen zu kommen. Der Mensch tut das gegenwärtig am Phantom, welches durchdrungen ist von mineralisch-aschartiger Materie. Die Engel taten es während der alten Mondenentwicklung an Phantomgestaltungen, die durchdrungen waren von dem Element des Flüssigen. Sie sind auch heute noch so mit dem Strömenden innerlich verknüpft, wie damals. Die Erzengel vollzogen ihre Selbst-Bewusstwerdung an Phantomgestaltungen der alten Sonnenentwicklung, die von Luftartigem durchdrungen waren. Und die Archai schließlich spiegelten ihr Bewusstsein an solchen, in denen das Feuer oder die Wärme des alten Saturns waltete.
Nun ist das Besondere, dass nur ein Phantom mit eingelagerter Mineralmaterie undurchdringlich und ausschließend wirkt. Eines mit flüssiger. Luftartiger oder feuriger Substanz bleibt durchdringlich, kann durch sich hindurch strömen. Archai, Erzengel und Engel hatten also die Möglichkeit, dadurch zu einem Selbstbewusstsein zu gelangen, dass sie ihre Regungen an durchdringungsfähigen Elementen innerhalb von Phantomstrukturen spiegelten. Aber diese Phantomstrukturen trennten sich nicht von ihnen. Sie sind wohl Außenweltgestaltungen für die jeweiligen Selbstbewusstseine der genannten Wesenheiten, aber sie waren nicht phasenweise durch Tod von ihnen getrennt. Sie hatten keine Phantomleiber, aber sie waren in der Lage an vorhandenen Phantomstrukturen ein Selbstbewusstsein zu erbilden.
Das Menschenwesen ist hier in einer besonderen Lage. Auch es steht hinsichtlich seiner Selbstbewusstseinsentwicklung in einem solchen Außenverhältnis zum Phantom, wie Engel, Erzengel und Archai. Durch die Ascheverhaftung der Mineralwelt ins Feste hinein jedoch, ist ihre Lage eine andere. Sie müssen, wenn sie selbstbewusst werden wollen, dem sich aus der Geisteswelt heraustrennenden Phantom in eine mineralisch fest werdende Umwelt nachfolgen. Dort können sie das Selbstbewusstsein während eines Erdenlebens an diesem Phantom bilden und weiterbilden. Aber sie müssen das Phantom mit dem Tod oder der Rückkehr in die Geisteswelt dort zurücklassen, wohin es im Zuge der Evolution einmal entsunken war.
Mit der soeben ausgeführten Darstellung sollte deutlich gemacht werden, dass man auf Grund der Bewusstseinsbindung des Menschen an das materiedurchdrunge Phantom dieses Wesensglied als sein niederstes bezeichnen werden darf. Aber der Mensch steht dennoch zu ihm so, dass es etwas Äußerliches an ihm ist. Er bleibt mit ihm durch das Gesetz von Karma verknüpft und damit auch an das Werden, welches sich im Festen oder Mineralischen vollzieht.
Nach diesem kleinen Einschub zur Verdeutlichung von physischem Leib, physischer Gesetzmäßigkeit usw. soll nun wieder angeknüpft werden an den Faden, der bis zur Darstellung geistiger Ereignisse des Jahres 333 ging.
Die Archai, die mit der Übernahme der Regentschaft von den Exousiai die Evolution weiterführen, die auch den Menschen einschließt, haben jetzt die Möglichkeit, ihr Wesensglied des Atman auszubilden. Atman wird gebildet, wie dargestellt worden ist, an einer Phantomgestaltung, indem sich das Ich einer Wesenheit verwandelnd daran beteiligt. Die Archai hatten an einer feuerdurchdrungenen Phantomgestaltung altsaturnischer Art in ihrem Wesensumkreis das Ichbewusstsein entwickelt. Auf ein solches müssten sie jetzt Zugriff haben, um es in Atman zu metamorphosieren.
Da ist nur ein Problem.
Die saturnische Wärme, das Feuer, welches die irdische Phantomgestaltungen durchsetzt, befindet sich im Blut des Menschen. Und weil es durch die ganzen Besonderheiten der Entwicklung des Mineralreichs der Erde aus den Geisteswelten durch das Aschewirken herausgefallen ist in die äußere irdische Wesensgestalt des Menschen, haben die Archai keinen Zugang dazu, denn diese Art Feuer in ihrem Wesensumkreis ist aus der geistigen Welt herausgefallen. Die Archai stehen an einem Punkt ihrer Entwicklung, wo sie das erfüllen sollen und können, was ihr eigentliches Evolutionsanliegen ist: die Entwicklung ihres Atman. Es fehlt ihnen nur das Medium, woran das geschehen soll. Das liegt geistentsunken auf der Erde und häuft sich numerisch immer mehr an in Lauf der Zeiten. Aber weil in ihm Tod waltet, ist es für die Archai nicht verwendbar.
Das heißt aber, ihre eigentliche Evolution ist gefährdet. Nicht nur die des Menschen, nein auch die der Archai.
Da wird man von einer ganz innigen herzerfüllenden Wärme durchströmt, wenn man erkennend für das Jahr 333 erfasst, dass der von Ostern her kommende auferstandene Christus mit einem ganz und gar intakten Phantom die Sphäre der Archai betritt. In dem Moment, wo die Exousiai sich aus der unmittelbaren Evolutionslenkung zurückziehen, offenbart sich der Christus in der Archaiwelt mit einem solchen Phantom, das in geistig erreichbarer Weise für die Archai da sein kann, in dem ja in vollgültiger Weise, wenn auch äußerlich unsichtbar, die Blutswärme Christ strömt. Mit der Errettung des menschlichen Phantoms hat der Christus also auch die gesamte Evolution der Archai errettet. Sie können beginnen, an, mit und durch dieses erste und bisher einzige »evolutionsgerechte« Phantom eines Menschen ihren Atman zu erringen.
Und Christus vollzieht seine Sphärenfahrt weiter. Er geht zu den Exousiai von 333 bis 433, den Dynameis (433 bis 533) und Kyriotetes (533 bis 633) in der Sonne. Er geht weiter zu den Thronen in die Marssphäre (633 bis 733), zu den Cherubim (733 bis 833) in der Jupitersphäre und zu den Seraphim in der Saturnsphäre (833 bis 933).
Mit den Sphären steht es so, dass sie insofern ein Wohnsitz der entsprechenden genannten Wesenheiten sind, als diese sich gewissermaßen dort hinsichtlich ihrer Evolutionsarbeit finden. Wesenhaft muss man sie darüber hinausgehend suchen.
Ab jetzt weicht die hier vorgetragene Darstellung von derjenigen Powells ab.
Von 933 bis 1033 ist die Sphärenfahrt des Christus bis in die Fixsternwelten vorangeschritten. An diese grenzt esoterisch gesehen die Welt des Absoluten oder der Sitz der heiligen Trinität an. Dort ist alles weder räumlich noch zeitlich. Der Berührungspunkt zum Absoluten oder die Weltenmitternacht der Sphärenfahrt Christi mit dem von ihm errungenen Phantom fällt innerhalb dieses Zyklus auf das Jahr 983. Es kennzeichnet genau die Mitte der inrede stehenden 100 Jahre von 933 bis 1033.
Versteht man für einen Augenblick einmal dieses dem Menschen eignende Phantom als dasjenige Wesenglied, in welchem er die Substanz des Vaters trägt, aber so trägt, dass sie als im Tode ist, dann ist die Substanz des Vaters im Phantomleib Christi die vom Tode erlöste Vatersubstanz, welche im Jahre 983 dem Vater an seinen ewigen Sitz außerhalb von Zeit und Raum vom Sohn zurückgebracht wird.
Mit dem Kreuzestod ging Christus ein in die Substanz des Vaters, die im Tode war, ein. Das hohepriesterliche Gebet, Johannesevangelium Kapitel 17, spricht das mit den Worten aus:
»Vater, jetzt ist es soweit, bringe deinen Sohn zur Erscheinung.«
Das Zur-Erscheinung-Bringen des Sohnes ist die Erlösung des Phantoms aus den Aschekräften als dessen Lebenstat an der toten Vatersubstanz. Nicht der Vater offenbart sich also. Der Sohn offenbart sich da und erscheint in der ihm eignenden Tätigkeit.
Aber es geht weiter im Gebet.
» ...auf dass der Sohn sich zur Erscheinung bringe.«
Im Jahre 983 hat der Vater den Sohn im obigen Sinne für und durch alle Sphären zur Erscheinung gebracht. In allen Sphären bis ans Absolute hin ist der Vater in einem "erretteten" Phantom dasjenige, in welchem sich die Erlösungstat des Sohnes offenbaren oder zur Erscheinung bringen kann. Der Vater kehrt vom Christus gebracht zu sich selbst zurück. Es ist die Heimkehr des verlorenen Sohnes, wenn man das toddurchdrungene Phantom als verlorenen Sohn einmal bezeichnen will. Und er kehrt als einer zurück, der auf der ganzen Linie siegreich errungen hat. Vor allem aber hat er folgendes errungen:
Die Erfüllung des Gesetzes oder des Karma durch Sein Leben in der Weise, dass es Gerechtigkeit wesenhaft offenbaren kann. Was Paulus im zitierten Galatherbrief ausspricht ist jetzt »de jure« wirklich geworden. Christus ist mit seiner Herrschaft über das Phantom des Menschen zugleich zum neuen und eigentlich wahren Herrscher über Karma geworden. Aber im Jahre 983 ist er es - wie gesagt - de jure.
Denn das Heilswerk Christi geht weiter. Er kehrt aus dem Absoluten wieder zurück. Er hatte zuvor den errungenen Phantomleib, seinen Auferstehungsleib in die Umfassendste Ichheit zurückgebracht, in die Uridentität der heiligen Dreifaltigkeit, welche in ebenso höchstem Sinne in diesem zeitlosen Augenblick des Jahres 983 den Atman in und aus diesem Phantom veranlagte. Das ist es, was zuvor als das Herrscherwerden über Karma im Sinne des vorigen Absatzes als de jure bezeichnet wurde.
Der Christus tritt aus dem Absoluten mit einem Phantom, welches jetzt Atman hat:
»auf dass der Sohn dich zur Erscheinung bringe.«
Die Heilstat des Sohnes am Phantom ist das Offenbarwerden des Sohnes durch den Vater. Das Eingliedern des Atman in das Phantom ist das sich daran anschließende Offenbarwerden des Vaters durch den Sohn. Aber es muss jetzt der Schritt von »de jure« nach »de facto« vollzogen werden. Er dürfte sich zu einem Zeitpunkt ins historische Geschehen stellen - aber sich dann ebenfalls wieder durch eine 100 Jahresperiode hindurch verwirklichend -, der 983 Jahre später liegt: also etwa ab 1966. Darauf wird in einem anderen Aufsatz einzugehen sein.
Während der Christus also seine Sphärenreise wieder zur Erde zurück macht, kann er jetzt einen Vater oder ein Gesetz offenbar werden lassen als Atman, in dem lebendige Gerechtigkeit waltet als die Gnade des Vaters. Diese Vateroffenbarung ist das Geistmodell, welches von nun an gültig wird für alle Hierarchien und Sphären, die in Übereinstimmung mit der erneuerten Evolution oder dem neuen Bund gehen will. Was sich weigert, kann nicht erneuert werden aus den Vaterkräften, die er Sohn nach 983 offenbart und muss mit den alten Vaterkräften in die Dekadenz gehen.
Mit dem Jahr 983 hat sich die wahre Grundlage eingestellt, welche für alles, was nicht mitgehen will, sich in den apokalyptischen Schrecken ausleben wird, die Johannes, der Evangelist im ersten Jahrhundert noch prophetisch in seiner Offenbarung vorausgesehen hat. Ab 983 hat ihre Verwirklichung de jure eingesetzt und wird den Hierarchien einvergeistigt, um in den darauf folgenden 983 Jahren de facto verwirklicht zu werden. Dabei ist allerdings die Periode von 983 Jahren ein Rhythmus, der in die unabhängig von ihr sich vollziehende Dynamik von Rhythmen in jeweils 100 Jahren ab 33 eingegliedert ist.
Zunächst vollzieht sich der weitere Weg Christi so, dass er wieder ein Abstieg zur Erde hin durch die Hierarchien - diesmal aber in umgekehrter Reihenfolge wird. Als Er während dieser »Erdenfahrt« das Engelreich oder die Engelsphäre betritt, schreibt man das Jahr 1833.
»Zweimal schon ist der Christus gekreuzigt worden: das eine Mal physisch in der physischen Welt (Mysterium von Golgatha) und ein zweites Mal im 19. Jahrhundert. Die Samen von irdischem Materialismus, die seit dem 16. Jahrhundert in die geistige Welt in immer größerem Maße von den durch die Pforte des Todes schreitenden Seelen hinaufgetragen wurden und immer mehr Dunkelheit bewirkten, bildeten die "Schwarze Sphäre des Materialismus". Diese wurde von Christus im Sinne des manichäischen Prinzips in sein Wesen aufgenommen, um sie umzuwandeln. Sie bewirkte in dem Angeloi-Wesen, in dem sich die Christus-Wesenheit seit dem Mysterium von Golgatha offenbarte, den "geistigen Erstickungstod". Dieses Opfer des Christus kann als eine zweite Kreuzigung des Christus auf dem Ätherplan bezeichnet werden. Dieser geistige Erstickungstod, der die Aufhebung des Bewusstseins jenes Angeloi-Wesens herbeiführte, ist eine Wiederholung des Mysteriums von Golgatha in den Welten, die unmittelbar hinter der unsrigen liegen, damit ein Wiederaufleben des früher verborgenen Christus-Bewusstseins in den Seelen der Menschen auf Erden stattfinden kann. Dieses Wiederaufleben wird zum hellseherischen Schauen der Menschheit im 20. Jahrhundert. Man könnte sagen, die Menschheit erlebte die Auferstehung seines Leibes in der damaligen Zeit; sie wird die Auferstehung seines Bewusstseins vom 20. Jahrhundert an erleben.« (GA 152)
Dieses Zitat erlaubt es, in einer ganz präzisen Weise auf Bedingungen hinzublicken, die bei der Errettung des Phantoms und später bei Vorgängen im Ätherischen walten.
Christus nimmt im Sinne des manichäischen Prinzips in sein Wesen während der Golgathaereignisse den physischen Leib des Menschen auf - dasjenige, was der Vater im Tode ist. Er erlöst das Phantom dadurch, dass er in dieses Tote sein Leben hineinopfert, die Kraft seines Ätherleibes, die als Lebenskraft mit dem Logos oder dem Wort in Zusammenhang steht. Christus wirkt also auf der physischen Ebene erlösend durch das Ätherische. Dazu nimmt er die erste Kreuzigung auf sich.
Die zweite vollzieht sich im Ätherischen oder, wie Steiner sagt, »in den Welten, die unmittelbar hinter der unsrigen liegen«. Es ist die Welt des Lebendigen. In ihr besteht die Art des Opfers Christi darin, dass er sein Bewusstsein hinopfert. Das Bewusstsein aber ist nach der Geheimwissenschaft Steiners an den Astralleib gebunden. Man kann daher sagen, dass Christus während der Opfertat im Ätherischen bei der dort stattfindenden Kreuzigung mit einer Dynamik aus seinem Astralleib eingreift.
Es muss also bei jeder Opfertat etwas aus einer Kraft errungen werden, die in einer jeweils übergeordneten Wesensebene urständet:
die Errettung des Phantoms durch Ätherkräfte,
Damit wird deutlich ein Prozess des Auflösens oder Erlösens von unten nach oben beschrieben aus den Kräften heraus, die jeweils oben walten.
Das obige Zitat enthält aber noch einen anderen geheimnisvollen Aspekt:
Es wird auf ein Engelwesen hingedeutet, »in dem sich die Christus-Wesenheit seit dem Mysterium von Golgatha offenbarte«.
In der Darstellung wurde ausgeführt, dass nach dem Jahre 33 der Christus seine Sphärenfahrt mit dem Eintritt in die Mondsphäre oder die Sphäre der Engel beginnt. Nach obigem Zitat muss man annehmen, dass er diese Sphäre in einer innigen Verbindung mit dem angedeuteten Engelwesen betritt, dort also wie ein Engel erscheint, ein Engel aber, dessen ätherischer Leib oder dessen unterstes Wesensglied wie umhüllt von dem erlösten menschlichen Phantom auftritt. Damit steht dieses Engelwesen innerhalb der Engelhierarchie ebenso einmalig dar, wie der Christus Jesus als Mensch innerhalb der Menschhierarchie einmalig dastand.
Warum aber steht Christus nach seiner Golgathatat in solcher Weise mit einem Engel in Verbindung?
Eine Antwort könnte sein: Weil er des Menschen Phantomleib mit Lebenskräften aus der Todes-Asche-Verhaftung gehoben hat, d.h. aus der nächstangrenzenden höheren Daseinsebene. Und mit dieser Welt der Lebenskräfte steht in ihrem untersten Wesensglied die Hierarchie der Engel in Beziehung. Man könnte daher sagen, dass die Christuswesenheit in der Jordantaufe sich in einen physischen Leib inkarniert, diesen aber aus einem Engelwesen heraus hinsichtlich seines Phantoms erlöst. Es muss deutlich hervorgehoben werden »aus einem Engelwesen«, weil die von Steiner angedeutete zweite Kreuzigung dann in einem Engelwesen stattfindet, was etwas durchaus anderes ist.
Es bleibt aber die Frage bestehen: Was für ein Engel ist das?
Und in der Behandlung dieses Erkenntnisproblems wird sich der Blick wieder auf die Engelsphäre zu richten haben. Hinsichtlich der Sphären- oder Himmelfahrt Christi ist das in dieser Darstellung schon in gewisser Weise geschehen. Für seine Rückkehr oder seine neue Erdenfahrt nach der Weltenmitternacht 983 wird man dann aber insbesondere auf jenes Jahr blicken müssen, wo der Christus das Engelreich wieder betritt. Und das geschieht 1833. Naheres dazu sei einer weiteren Darstellung vorbehalten.
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