Das Devachan

Die geistige Welt oder das Devachan ist eine schöpferische Welt. Aus ihr heraus stammen die Urbilder für jegliche Gestaltung und Entwicklung, die allen Wesen, welche aus ihr hervorgegangen sind, innewohnen. Wir sind ständig von dieser Welt umgeben, können sie für gewöhnlich nur nicht schauen - dies trifft ja auch bereits auf die astrale Welt zu. Das Bewusstsein des Hellsichtigen, welches in der Lage ist, die astrale Welt zu schauen, reicht aber nicht aus, um die Wesenheiten und Vorgänge der geistigen Welt zu beleuchten. Dazu muss er sein Bewusstsein auf noch höhere Stufen erheben, welche in der anthroposophischen Geisteswissenschaft "Inspiratives Bewusstsein" und "Intuitives Bewusstsein" genannt werden. Mit diesen Erkenntnismitteln ausgestattet, wird man die Urbilder jeglicher Vorgänge in unserer physischen Welt gewahr werden. Diese treten einem nun nicht mehr nur in frei schwebenden Farbenbildern entgegen. Diese göttlichen, schöpferischen Urbilder treten einem in einem übersinnlichen Tönen entgegen, sie sprechen gleichsam ihr eigenes Wesen aus. So sind im Devachan die Urbilder einer jeglichen physischen Gestaltung zu finden, sei es die Form einer Pflanze oder eines Menschen. Oder es sind die Bildner des seelischen Lebens dort vorhanden; alles ist dort vorhanden mit der Möglichkeit zur Entfaltung in anderen Welten.

"Das Erleben in der geistigen Welt ist ganz andersartig. Für all das gibt es eigentlich keine Worte, man kann sich nur vergleichsweise ausdrücken. Hier in der physischen Welt stehen Sie, ich möchte sagen, in einem Punkte des ganzen Weltgebäudes und Sie blicken mit Ihren Augen hinaus nach allen Richtungen im Umkreise. In der geistigen Welt ist es nicht so. Da sind Sie im Umkreise und blicken vom Umkreis herein gewissermaßen nach dem Innenraum einer Hohlkugel, nur daß dies vergleichsweise ist, denn es ist keine Hohlkugel, weil die Zeit eine viel größere Bedeutung hat als der Raum. Also aus dem Umkreis herein schauen Sie alles an; da sind ganz andere Bedingungen des Vorstellens, ganz andere Bedingungen des Anschauens!" (R.Steiner, GA 168.215)

So würde man in der geistigen Welt keinen Schmerz empfinden können, wie der Mensch ihn aus seelisch erfährt. Man würde hingegen dem Urbild des Schmerzes begegnen können und daran ein Erlebnis haben.

Um eine genaue Gliederung des Geisterlandes oder Devachans oder anderweitig Näheres zu erfahren, sei auch hier auf die grundlegenden Werke von Rudolf Steiner verwiesen.

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