Einweihung

Die Einweihung ist eine okkult-technische Prozedur, die für einen begrenzten Zeitraum eine Lockerung im Gefüge der Wesensglieder des Menschen bewirkt. Das Besondere eines solchen Einweihungsaktes, dem sich zu allen Zeiten Menschen unterzogen und auch künftig unterziehen, besteht darin, den Einzuweihenden aus der reinen Sinneswahrnehmung zur Wahrnehmung des Göttlich-Geistigen der Welt zu erheben. Dazu sind entsprechende Reinigungsprozeduren zu durchlaufen, damit durch die Einweihungsprozesse selbst keine geistige Verwirrung mit nachfolgender körperlicher Korruption eintritt.

In der alten ägyptischen Zeit bis ausklingend in die Zeitenwende wurden die geistigen Wahrnehmungen mittels eigens dazu durchgeführter Tempel-Zeremonien bewirkt, die hauptsächlich darin bestanden, eine Art Vorstufe des Sterbens einzuleiten, die durch die magisch-kultischen Fähigkeiten der Priester nach dreieinhalb Tagen beendet werden konnten. Danach erwachte der Neophyt oder Einzuweihende wieder. Er war dann in der Lage, von seinen geistigen Erfahrungen zu berichten. Er hatte dasjenige Göttliche geschaut, welches das weltschöpferische Prinzip oder der Logos, das schaffende aber unaussprechliche Gotteswort war. Dieses schaffende Wort nannte man auch den Sohn - die das schaffende Wort aussprechende Gottheit den Vater oder einfach den einen Gott. Und so hatte der Neophyt während seines dreitägigen Tempelschlafes mit dem schaffenden Wort den Sohn des einen Gottes erfahren und durch die innere eigene Wesenverwandlung bei seiner Einweihung brachte er den Sohn des Gottes zur Erscheinung.

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